TEXOVERSUM on tour: International Fashion Business à Paris
Vielen Dank an unseren Studenten Nico Michailov für die ausführlichen Einblicke!
🎥Ein Video der Exkursion ist auf Youtube und bald auf Instgram zu sehen 🎥
Paris Exkursion des Studiengangs International Fashion Business (15.–19. Juli 2026)
Vom 15. bis 19. Juli 2026 nahm der Studiengang International Fashion Business 2. Semester unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Bug an einer Exkursion nach Paris teil. Ziel der Reise war es, die französische Mode- und Luxusbranche aus nächster Nähe kennenzulernen und theoretische Inhalte aus dem Studium mit praktischen Erfahrungen zu verbinden. Paris gilt als eine der bedeutendsten Modemetropolen der Welt und bietet mit seinen traditionsreichen Kaufhäusern, internationalen Luxusmarken, Museen und kreativen Stadtvierteln ideale Voraussetzungen, um unterschiedliche Bereiche der Fashion-Industrie kennenzulernen. Die Exkursion umfasste Unternehmensbesuche, Museumsaufenthalte sowie eigenständige Analysen verschiedener Retail-Konzepte und ermöglichte gleichzeitig einen Einblick in die kulturelle Vielfalt der französischen Hauptstadt.
Erster Exkursionstag – Stoffe und Modekultur in Montmartre
Nach der gemeinsamen Anreise mit dem Zug erreichten wir am Vormittag Paris und fuhren zunächst zu unserem Hotel und konnten sofort einchecken. Anschließend begann direkt der erste offizielle Programmpunkt der Exkursion: der Besuch der Stoffgeschäfte im Pariser Stadtteil Montmartre. Dieses Viertel ist seit vielen Jahren für seine große Auswahl an Stoffhändlern bekannt und stellt einen wichtigen Anlaufpunkt für Designer, Schneider und Modeinteressierte dar.
Für uns als Studierende des Studiengangs International Fashion Business war dieser Programmpunkt besonders interessant, da wir unser Wissen aus der Vorlesung Warenkunde unmittelbar anwenden konnten. Beim Betrachten der verschiedenen Stoffe analysierten wir Materialzusammensetzungen, Gewebestrukturen, Oberflächen und Verarbeitungsqualitäten. Viele Stoffe konnten anhand ihrer Haptik und Optik identifiziert werden. Dadurch wurde deutlich, wie wichtig fundierte Materialkenntnisse in der Modebranche sind – sowohl für das Produktmanagement als auch für Design, Einkauf und Qualitätsmanagement.
Besonders beeindruckend war die enorme Vielfalt der angebotenen Stoffe. Von hochwertigen Wollstoffen über Seide und Leinen bis hin zu modernen Funktionsmaterialien war nahezu jede Materialart vertreten. Gleichzeitig konnten wir beobachten, wie unterschiedlich die einzelnen Geschäfte aufgebaut waren und welche Zielgruppen sie ansprachen. Einige Läden konzentrierten sich auf preisgünstige Stoffe für Hobby-Schneider, während andere exklusive Materialien für professionelle Ateliers oder Modedesigner anboten.
Nach dem Besuch der Stoffläden machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Basilika Sacré-Cœur. Durch ihre erhöhte Lage bietet sie einen beeindruckenden Ausblick über ganz Paris und zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dort nutzten wir die Gelegenheit, Fotos zu machen und die besondere Atmosphäre auf dem Platz vor der Kirche zu genießen. Anschließend spazierten wir noch durch die engen Straßen Montmartres, die mit ihren kleinen Cafés, Künstlern und Boutiquen einen ganz eigenen Charme besitzen. Dieser Teil des Tages zeigte eindrucksvoll, wie eng Mode, Kunst und Kultur in Paris miteinander verbunden sind.
Am späten Nachmittag fuhren wir zurück zum Hotel. Der offizielle Teil des Tages war damit beendet. Den Abend verbrachten wir in unserer Freizeit gemeinsam in einer Bar, in der wir Fußball schauten und den ersten Tag der Exkursion entspannt ausklingen ließen. Auch diese gemeinsamen Aktivitäten außerhalb des offiziellen Programms stärkten den Austausch innerhalb der Gruppe und trugen zu einer angenehmen Atmosphäre während der gesamten Reise bei.
Zweiter Exkursionstag – Galerie Lafayette und Hugo Boss
Am zweiten Tag stand zunächst ein Besuch der berühmten Galerie Lafayette auf dem Programm. Das traditionsreiche Kaufhaus zählt zu den bekanntesten Einkaufsdestinationen Europas und verbindet Luxus, Architektur und Einkaufserlebnis auf besondere Weise. Während einer selbstständigen Führung erhielten wir interessante Informationen über die Geschichte des Hauses sowie dessen Entwicklung im internationalen Einzelhandel. Besonders beeindruckend war die berühmte Glaskuppel, die das Gebäude zu einem architektonischen Wahrzeichen macht.
Ein besonderes Highlight war der anschließende Besuch des Archivs. Dort bekamen wir Einblicke in historische Werbematerialien, alte Kataloge sowie die Entwicklung des Unternehmens über viele Jahrzehnte hinweg. Dadurch wurde deutlich, wie sich sowohl das Konsumentenverhalten als auch die Präsentation von Mode im Laufe der Zeit verändert haben. Gleichzeitig wurde sichtbar, welche Bedeutung Tradition und Markenidentität für ein erfolgreiches Kaufhaus besitzen.
Am Nachmittag besuchten wir anschließend den Hauptsitz von Hugo Boss in Paris. Dort stellte uns das Global-Marketing-Team seine Arbeitsweise vor und erläuterte verschiedene internationale Marketingstrategien. Besonders interessant war die Vorstellung der Kampagne mit David Beckham, anhand derer erklärt wurde, wie globale Markenbotschafter eingesetzt werden, um Markenwerte international zu kommunizieren. Neben kreativen Prozessen wurden auch strategische Entscheidungen hinsichtlich Zielgruppen, Medienplanung und Markenpositionierung erläutert. Dieser Unternehmensbesuch vermittelte einen praxisnahen Einblick in das internationale Marketing eines weltweit bekannten Modeunternehmens und stellte eine wertvolle Ergänzung zu den theoretischen Inhalten unseres Studiums dar.
Nach dem Unternehmensbesuch stand uns der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Viele von uns nutzten die Zeit, um den Eiffelturm zu besichtigen und weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Der Kontrast zwischen den geschäftlichen Programmpunkten und den kulturellen Eindrücken machte diesen Tag besonders abwechslungsreich.
Am Abend trafen wir uns schließlich alle in einer traditionellen Jazzbar in der Nähe von Notre-Dame. Die besondere Atmosphäre mit Livemusik machte diesen Abend zu einem der schönsten Erlebnisse der Exkursion. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit, die Eindrücke des Tages gemeinsam Revue passieren zu lassen und sich mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen auszutauschen.
Dritter Exkursionstag – Retail, Luxus und Second-Hand-Kultur
Der dritte Tag stand ganz im Zeichen des stationären Einzelhandels. Nach einem gemeinsamen Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den Champs-Élysées, einer der bekanntesten Einkaufsstraßen der Welt. Dort arbeiteten wir in kleinen Gruppen und analysierten verschiedene Flagship Stores internationaler Luxusmarken. Ziel war es, die Gestaltung der Geschäfte, den Kundenservice sowie das gesamte Einkaufserlebnis kritisch zu betrachten.
Besucht wurde unter anderem den Flagship Store von Dior. Besonders auffällig waren die hochwertige Innenarchitektur, die großzügige Warenpräsentation und die exklusive Atmosphäre. Jeder Bereich des Stores war sorgfältig gestaltet und unterstrich die Identität der Marke. Auch der Umgang des Verkaufspersonals mit den Kunden vermittelte ein luxuriöses Einkaufserlebnis. Während unseres Studiums beschäftigen wir uns häufig mit Visual Merchandising und Markenkommunikation. Der Besuch des Stores zeigte eindrucksvoll, wie theoretische Konzepte in der Praxis umgesetzt werden.
Nach einer gemeinsamen Feedbackrunde fuhren wir weiter in das Marais-Viertel. Dieses Viertel unterscheidet sich deutlich von den Luxusstraßen der Stadt und ist vor allem für seine kreativen Boutiquen sowie zahlreiche Vintage- und Second-Hand-Geschäfte bekannt. Dort besuchten wir verschiedene Läden und konnten beobachten, welche Bedeutung nachhaltiger Mode inzwischen zukommt. Viele Geschäfte boten hochwertige Designerkleidung aus zweiter Hand an und zeigten, dass Nachhaltigkeit und Exklusivität sich nicht gegenseitig ausschließen müssen. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in der Modebranche war dieser Programmpunkt besonders interessant.
Am späten Nachmittag ging es gemeinsam zum Louvre. Anders als bei den vorherigen Programmpunkten konnten wir das Museum individuell erkunden und selbst entscheiden, welche Ausstellungen wir besuchen wollten. Neben weltbekannten Kunstwerken wie der Mona Lisa beeindruckte vor allem die enorme Vielfalt der Sammlungen. Auch wenn der Louvre nicht ausschließlich einen Bezug zur Mode besitzt, wurde deutlich, wie eng Kunst, Kultur und Design miteinander verbunden sind. Viele kreative Ideen in der Mode entstehen aus historischen und kulturellen Einflüssen, weshalb der Museumsbesuch eine sinnvolle Ergänzung der Exkursion darstellte.
Vierter Exkursionstag – Modegeschichte und Haute Couture
Am letzten offiziellen Exkursionstag stand zunächst das Musée des Arts Décoratifs auf dem Programm. Dort besuchten wir eine Ausstellung über thailändische Couture. Die Ausstellung präsentierte eindrucksvoll traditionelle Handwerkskunst, hochwertige Materialien und kunstvolle Stickereien. Besonders spannend war die Verbindung zwischen kultureller Tradition und moderner Haute Couture. Viele Kleidungsstücke zeigten, wie traditionelle Techniken in zeitgenössische Mode integriert werden können. Dadurch wurde deutlich, dass Mode weit mehr ist als Kleidung – sie dient auch als Ausdruck kultureller Identität und Geschichte.
Anschließend besuchten wir das Dior Museum. Für viele von uns stellte dieser Programmpunkt einen Höhepunkt der gesamten Exkursion dar. Die Ausstellung führte durch die Geschichte des Hauses Dior und zeigte sowohl ikonische Kollektionen als auch originale Haute-Couture-Kleider, Skizzen und Fotografien. Besonders beeindruckend war die Inszenierung der Ausstellungsräume. Licht, Musik und Raumgestaltung sorgten dafür, dass die Kleidungsstücke nicht nur als Produkte, sondern als Kunstwerke wahrgenommen wurden. Gleichzeitig wurde sichtbar, welchen Einfluss Christian Dior und seine Nachfolger auf die Entwicklung der internationalen Modeindustrie hatten.
Der Museumsbesuch verdeutlichte außerdem, welche Bedeutung Heritage für Luxusmarken besitzt. Während Trends häufig wechseln, schaffen Marken wie Dior durch ihre Geschichte, ihre Handwerkskunst und ihre Markenwerte eine langfristige Identität. Diese Erkenntnis lässt sich unmittelbar auf Themen aus unserem Studium wie Brand Management und Luxury Marketing übertragen.
Am Abend trafen wir uns zu einem gemeinsamen Abschlussessen. Nach den zahlreichen Eindrücken der vergangenen Tage bot dieser Abend die Gelegenheit, die Exkursion gemeinsam ausklingen zu lassen. In entspannter Atmosphäre tauschten wir unsere persönlichen Highlights aus und reflektierten über die unterschiedlichen Erfahrungen, die wir während der Reise gesammelt hatten. Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr die gemeinsame Zeit den Zusammenhalt innerhalb des Studiengangs gestärkt hatte.
Fünfter Tag – Individuelle Erkundung und Rückreise
Am Sonntag endete die offizielle Exkursion mit dem Check-out aus dem Hotel. Viele Studierende nutzten den letzten Tag jedoch noch, um weitere Seiten von Paris kennenzulernen. Einige besuchten verschiedene Flohmärkte, auf denen Kleidung, Möbel, Antiquitäten und Vintage-Artikel angeboten wurden. Gerade für Studierende der Modebranche boten diese Märkte interessante Einblicke in nachhaltigen Konsum sowie den Wiederverkauf hochwertiger Produkte. Andere nutzten die verbleibende Zeit, um noch einmal bekannte Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder durch die verschiedenen Stadtviertel zu spazieren.
Am nächsten Tag machten wir uns auf die Heimreise nach Deutschland. Obwohl die Exkursion nur wenige Tage dauerte, bot sie eine große Vielfalt an unterschiedlichen Erfahrungen und Eindrücken.
Fazit
Die Paris-Exkursion war eine äußerst wertvolle Ergänzung zu den Lehrveranstaltungen unseres Studiums. Besonders positiv war die Verbindung aus Theorie und Praxis. Inhalte aus Vorlesungen wie Warenkunde, Marketing, Retail Management und Brand Management konnten unmittelbar in realen Unternehmens- und Verkaufssituationen beobachtet werden. Gleichzeitig boten die Museumsbesuche einen Einblick in die Geschichte und kulturelle Bedeutung der Mode, während die Unternehmensbesuche aktuelle Entwicklungen der internationalen Fashion-Branche verdeutlichten.
Besonders in Erinnerung bleiben werden der Besuch der Stoffgeschäfte in Montmartre, bei dem wir unser Fachwissen anwenden konnten, die spannenden Einblicke in das Global Marketing von Hugo Boss sowie die eindrucksvolle Gestaltung des Dior Museums. Ebenso interessant war der Vergleich zwischen traditionellen Luxusmarken auf den Champs-Élysées und den nachhaltigen Second-Hand-Konzepten im Marais. Dadurch wurde deutlich, wie vielfältig und facettenreich die Modebranche heute ist.
Neben den fachlichen Erkenntnissen spielte auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Die gemeinsame Zeit mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen, die Gespräche außerhalb des offiziellen Programms und die gemeinsamen Abendveranstaltungen stärkten den Zusammenhalt innerhalb des Studiengangs. Insgesamt war die Exkursion nach Paris nicht nur eine lehrreiche Studienreise, sondern auch eine bereichernde persönliche Erfahrung, die mein Interesse an der internationalen Mode- und Luxusbranche weiter vertieft hat.

























